Magira-News

Nachrichten aus Fantasy und SF

Willkommen bei den News von MAGIRA – JAHRBUCH ZUR FANTASY

Erschienen am | 14 September 2010 | Keine Kommentare

Hier sind die News des seit 2001 erscheinenden Jahrbuchs zur Fantasy MAGIRA. Das Buch selbst können Sie bestellen unter www.magira-jahrbuch.de

Gelesen: Fairest 1 – Wide Awake

Erschienen am | 3 Juni 2013 | Keine Kommentare

fairest1Back to the roots – der Ableger aus dem Fables-Universum knüpft an den ersten Story-Arc des Kampfes der Fables gegen “den Feind” an.

Fairest, das heißt über setzt “die Schönste” oder “die Gerechteste” an, ist mithin fairer als fair und kommt im Satz “Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land” aus Schneewitchen vor (“Mirror, Mirror on the Wall, who is the fairest one of all”). Interessanterweise drehen sich die ersten sechs Ausgaben der neuen Reihe von Bill Willingham dann aber nicht zum Snow White sondern um Rose Briar. Dornröschen war es, der die auf die Erde vertriebenen Fables ihren überragenden Erfolg über “den Feind” verdanken. Sie opferte sich auf, um, durch den berüchtigten Piekser, in tiefen Schlaf zu versinken und mit ihr die Hauptstadt des bösen Imperiums.  Ein entscheidender Schnitt im Krieg um die Freiheit der Märchenlande.

In FABLES 107 (enthalten im Tradepaperback FABLES 16: SUPER TEAM) erzählte Bill Willingahm bereits die Geschichte des Generals Mirant, der die alte Hauptstadt des Imperiums restaurieren wollte, in dem er den Prinzen sucht, der durch “der wahren Liebe Kuss” Dornröschen und damit die Kapitale des Imperiums aus dem Schlaf erweckt. Das scheiterte, weil eine Bande von Goblins die schlafende Schönheit entführte und die Stadt in Brand setzte. Allerdings: sie entführten zwei schlafende Schönheiten, weil sie sich unsicher waren, welche Dornröschen war. Der Prolog zu FAIREST.

Hier treffen wir zuerst einen Glücksritter, wie er im Buche steht (ach was!), nämlich den Prinz der Diebe Ali Baba. Er sucht in den Ruinen der Hauptstadt und wähnt sich schon erfolgreich, als er eine verwunschene Flasche findet. Allerdings: es entsteigt kein wunscherfüllender Dschinn sondern nur ein Nachwuchs-Flaschen-Zwerg. Blau, fliegend, aber ohne richtig riesige magische Fähigkeiten. Eher teilmagisch begabt: seine Fähigkeit ist es, Dinge zu wissen, die er nicht wissen sollte. Eine Art wandelndes Lexikon, allerdings aus einer Paralleldiemsnion, in der die Fernsehserie FIREFLY mehr als sechs Staffeln hatte (dann wechselte in der siebten der Kapitän und das alles war nicht mehr dasselbe). Der Dieb und die Nervensäge werden von einem der wenigen überlebenden Holzsoldaten verfolgt und treffen die Horde Goblins mit den beiden Schlafenden. Es kommt, wie es kommen muss: Kiss, kiss, bumm, bumm.

Die eine ist tatsächlich Dornröschen, die andere aber: die Schneekönigin. Eine der fanatischsten Dienerin des Imperiums, mächtig, gefährlich und auf Rache aus. Als sie erwacht kommt es zu den erwartbaren Auseinandersetzungen, Ali Baba und Dornröschen werden festgesetzt. Und der Imp mit der Gabe zur Informationsbeschaffung erzählt uns dann mal die wahre Geschichte um den Fluch, der auf Dornröschen liegt. Die Schneekönigin erfährt etwas über ihre Ergebenheit Gepetto gegenüber, und Ali Baba erkennt, wem der wahren Liebe Kuss den galt. Read more

BEFORE WATCHMEN kommt

Erschienen am | 14 April 2013 | Keine Kommentare

BEFORE WATCHMEN MINUTEMEN PaninicomicsAb Juni erscheinen bei Paninicomics die Prequel zu Alan Moores Meisterwerk WATCHMEN. Am 18.6. erscheint BEFORE WATCHMEN: MINUTEMEN, geschrieben und gezeichnet von Darwyn Cooke mit den Ereignissen um die Superheldengruppe MINUTEMEN in den 1940er Jahren (176 S., lim. HC./SC)  Zugleich erscheint RORSCHACH, die Geschichte des möglicherweise beliebtesten aber auch beschädigtesten Superhelden, der Mann mit der sich verändernden Gesichtsmaske. Er geht dahin, wo es weh tut – seinen Feinden, aber auch ihm selbst. (Brian Azzarello als Autor, Lee Bermejo als Zeichner, 104 S., lim. HC/SC).

Als Teaser gibt es zum GratisComic Day am 11. Mai RORSCHACH #1 kostenlos in Comic-Shops.

Die weiteren Bände:

Juli 2013: COMEDIAN
August 2013: NIGHT OWL
September 2013: OZYMANDIAS
Oktober 2013: SILK SPECTRE
November 2013: DR. MANHATTAN
Dezember 2013: CRIMSON CORSAIR

Gelesen: Locke & Key 5 Uhrwerke

Erschienen am | 27 März 2013 | Keine Kommentare

Locke&Key 5, PaninicomicsJoe Hill und Gabriel Rodriguez haben mit ihrer Serie “Locke & Key” den Cthullhu-Mythos um eine interessante, neue Facette bereichert – das kann man nach Band 5 “Uhrwerke” mit Fug und Recht behaupten – denn jetzt klären sie den Hintergrund der mysteriösen Vorgänge rund um das Clockhouse in Lovecraft auf.

Nach dem brutalen Mord an ihrem Vater verschlägt es nämlich die Kinder Duncan , Lindsey und Bode in dieses Haus. Sie machen die befremdlichsten und erschreckendsten Erfahrungen mit den Schlüsseln, die ein Vorfahr angefertigt hat und die über die seltsamsten Fähigkeiten verfügen. Da fällt der Körper in todesartige Starre, während man sich als Geist frei bewegen kann. Da wechselt man zwischen den Geschlechtern, und der Kopf-Schlüssel öffnet den Zugang zu bewußten und unbewußten Erinnerungen, Gefühlen, Wissen. Die Herkunft der Schlüssel lag bisher im Dunkeln, nur in kleinen Puzzleteilen offenbahrten sich die Geheimnisse um den Schlüsselmacher, und die Generation, die 1988 ganz dicht am Geheimnis war – und daran zerbrach.

Im fünften Band nun ziehen Hill und Rodriguez den Vorhang beiseite und präsentieren die vollständigen Hintergründe der Geschichte der Schlüssel – und es ist wahrlich der Chthullhu-Mythos in Reinform, mit einem verfluchten Tor in andere Dimensionen und “widernatürlichen” Gestalten, die in unsere Welt eindringen wollen, der sichtbar wird. Wo Lovecraft draufsteht ist auch Lovecraft drin.

Erzählerisch werden hier alle Fäden zusammengeführt – das freut den Leser natürlich sehr, gelingt es doch vielen anderen Serien zwar ein schönes Kaleidoskop toller Ideen anzurühren, beim Servieren des Finales aber brutal zu versagen. Hier nicht. Uhrwerke gibt den Hintergrund preis, in in den derzeit in den USA erscheinenden finalen Bänden mit dem Titel OMEGA kann die Handlung um die drei Geschwister zu ihrem Climax kommen.

Story und grafische Umsetzung gehen dabei weiter Hand in Hand – und es bleibt genügend Spannung übrig. Dass Hill diesen Band Alan Moore und Neil Gaiman widmet ist übrigens nicht Hybris, das Werk tritt in ihre Fußstapfen.

Rezension von Michael Scheuch

Locke & Key 5: Uhrwerke. Autor: Joe Hill. Zeichner: Gabriel Rodriguez. Farben: Jay Fotos. Lettering: RAM. Übersetzung: Reinhard Schweizer. Softcover, 156 Seiten. Paninicomics.

Weitere Rezensionen:

Band 1, Band 2, Band 3, Band 4

Gelesen: THE BOYS 11 Butcher

Erschienen am | 17 März 2013 | Keine Kommentare

The Boys 11 - PaninicomicsGarth Ennis und Darick Robertson haben mit THE BOYS nicht nur eine Abrechnung mit dem Superheldengenre an sich vorgelegt, die vor allem zu Beginn hauptsächlich parodistische Züge trug, sondern auch einen Kommentar zu Kapitalismus, Politik und Gesellschaft des 21. Jahrhunderts vorgelegt. In den ersten Bänden wurden die Supies entzaubert, lächerlich gemacht und vor allem von der sehr viel cooleren Gruppe der BOYS bekämpft.

Die Hintergrundstory: Superhelden sind Realität, und ihres “Heldentaten” werden in umfangreichem Merchandising und Comics monetarisiert. Dabei argwöhnisch von Militär und Geheimdiensten beobachtet: sind zwar die eher lächerlichen Fähigkeiten bei den Supies in der Mehrheit, so gibt es doch ein paar von ihnen, die tatsächlich so große Kräfte besitzen, dass sie eine strategische Bedeutung spielen können oder eine Gefahr für alle Staaten darstellen. Und im Hintergrund kontrolliert der Konzern Vought-American die Superhelden, der geheimnisvolle Stoff “V” verändert DNA und führt zu Superfähigkeiten – und das Unternehmen kontrolliert die Droge.

Die Reaktion auf die Erkenntnis, dass Superhelden eine Bedrohung für Staaten und Regierungen sind, schwankt zwischen dem Versuch, die Supies für die eigenen Zwecke einzuspannen und zu rekrutieren bis zu Manövern, die Supies unter Kontrolle zu halten und im Zweifel zu bekämpfen. Hier kommen THE BOYS ins Spiel, eine Gruppe von Menschen unter der Leitung von Billy Butcher, die in verdeckten Operationen Superhelden beschatten und ausschalten. Die Auseinandersetzungen sind zuweilen blutig, und es wird immer deutlicher, dass gerade Butcher ein Hühnchen mit Superhelden zu rupfen hat und dabei keinerlei Skrupel kennt. Read more

Das Blaue Palais auf DVD

Erschienen am | 22 Dezember 2012 | Keine Kommentare

Das Blaue PalaisRainer Erler teilt per Mail mit:

Es hat lang gedauert – die Entscheidungsfindung war schwierig:

Wird eine Neuauflage meiner legendären “Science Thriller-Reihe” DAS BLAUE PALAIS genügend Käufer finden, um eine digitale Umspielung auf DVD finanziell sinnvoll zu machen…

EuroVideo ist das Wagnis eingegangen – das finde ich bemerkenswert. Mein herzlicher Dank an die Verantwortlichen.

DAS BLAUE PALAIS zählt zu meinen wichtigsten (und längsten) Arbeiten: 5 Jahre inkl. Recherchen und Skripte, Dreh in 13 Ländern, 25 Darsteller, Frank Brühne und Josef Vilsmaier an der Kamera, Musik von Eugen Thomass… Fünf fachliche Berater für die wissenschaftlichen Details…

Prädikat beim Convent in Brighton: “Best SF-Screen-Writer Rainer Erler”.

Die 5 Romane bei Shayol, Berlin, e-Books bei Hockebook, München.

Und jetzt die DVD-Kassette – in erstaunlich guter Qualität – für einen Kampfpreis von € 18.99 auf dem Markt – für 5 x 90 Minuten! Überall und auch bei Amazon.

Ich bin sicher, diese 5 Filme – mit ihren zukunftsorientierten Themen – finden – wie zuvor auch die 7 Filme meiner Kultfilmbox bei EuroVideo – ihren Weg zu vielen Interessenten.

Mit einem herzlichen Gruß

Rainer Erler

Über ein “Feed-Back” würde ich mich freuen!

Rainer Erler
info@rainer-erler.com
http://www.rainer-erler.com/

Gelesen: BUFFY 9.1. – IN FREIEM FALL

Erschienen am | 25 August 2012 | Keine Kommentare

BUFFY THE VAMPIRESLAYER 9.1 PaninicomicsBUFFY ist Legende, und nach sieben Staffeln im TV ist noch lange nicht Schluss. Das Medium Comic bot Mastermind Joss Whedon und seinen Autoren die Möglichkeit, cineastisch weit über den engen Budgetrahmen des Fernsehens hinaus den Plot um die junge Vampirjägerin weiterzutreiben.

Dabei schlugen sie allerdings schwer über die Stränge, wie am Ende Whedon selbst einräumen musste. In einem Interview mit Entertainment Wheekly sagt er:

I got very excited when I had a comic book with the idea that I could do absolutely anything. We hit a lot of beautiful notes and I’ve got a lot of great writers working [on the comics], and I’m very proud of it. But at the same time, it’s like, yeah, “You can do anything” is not really the Buffy mission statement. The Buffy mission statement is, “What does this feel like?” So I wanted to bounce it back a little bit to the real world.

Das ist die gute Nachricht rund um den Auftakt der neunten Staffel: Die Quelle der Magie ist durch Buffys einschreiten versiegt, aber es gibt weiterhin Wesen mit magischen Kräften. Und wie schon so oft in der Serie muss Buffy versuchen, ihr “normales” Leben ebenso auf die Reihe zu bekommen wie ihr “Vampirjägerin”-Schicksal. Sie zieht in eine Wohngemeinschaft und muss sich Gedanken um ihren Lebensunterhalt machen. Xander und Dawn haben an ihrer Beziehung zu arbeiten. Willow muss den Verlust ihrer Kräfte verarbeiten. Das ist das kleine Buffyverse, die Figuren und die nahezu alltäglichen Probleme, mit denen die Hauptcharaktere umgehen müssen. Wenn man so will: das was den Charme der Buffy-Serie immer ausgemacht hat. Nämlich das Nebeneinander von prosaischem Alltag und phantastischer, dämonischer Bedrohung. Read more

Gelesen: Jeff Lemire SWEET TOOTH 1 AUS DEM TIEFEN WALD

Erschienen am | 25 August 2012 | Keine Kommentare

SWEET TOOTH 1 AUS DEM TIEFEN WALD PaninicomicsGus ist ein kleiner Junge, der einsam im Wald mit seinem Vater lebt. Die Welt ist kalt, in groben Strichen gezeichnet, kein Ort zum Leben sondern einer zum Überleben. Sein Vater schärft ihm wieder und wieder ein: da draußen ist es gefährlich, nur im Wald ist er sicher. Gus Mutter ist lange tot, und seinem Vater geht es immer schlechter. Und Gus ist etwas Besonderes: er trägt ein Hirschgeweih – ist ein so genannter Hybride. Die Welt da draußen liegt hinter einem Zaun – und offensichtlich in Trümmern. Es ist die Zeit nach dem “Unfall”, wie Gus Vater sagt, in der so wenig Kinder geboren werden, dass Gott beschlossen hat, jedes einmalig zu machen. Mit Fell, Krallen oder Geweih. Sagt Gus Vater.

Kaum stirbt dieser an “der Seuche” dringen Fremde in Gus Welt ein – und der gewaltätigste und zynischste von ihnen, Jepperd, bemächtigt sich des Jungen. Er verspricht, ihn ins “Reservat” zu bringen, einen Ort, an dem Hybride wie er in Sicherheit sind. Und es beginnt ein Marsch durch das verwüstete Nebraska, bevölkert von postapokalyptischen Schrecken. Gus hat eine Vorliebe für Süßigkeiten entdeckt, daher nennt in Jepperd “Sweet Tooth” – etwa: Naschkatze. Read more

Gelesen: ARTIFACTS 2

Erschienen am | 20 August 2012 | Keine Kommentare

ARTIFACTS 2  PaninicomicsHope, die Tochter von Sara Penzini, der Trägerin der Witchblade, und Jackie Estacado, der die Darkness verkörpert, ist verschwunden. Dazu bahnt sich ein Endkampf der Träger der 13 Ur-Artefakte an, der von einem geheimnisvollen Unbekannten und dem Cyborg Aphrodite IV angestiftet wird.

Das Crossover geht weiter, der erste Band war schon kein Meisterwerk. Es sind mit MAGDALENA inzwischen vier Serien, deren Hauptpersonen zusammengemengt werden, das gesamte WITCHBLADE-Universum muss da mithalten. Hanebüchen wird jetzt noch die HUNTER-KILLER-Organisation in den Kampf reingezogen. Wie macht man das? Aphrodite dringt in deren Hauptquartier ein, erzählt etwas von einer großen Gefahr, die überaus dämliche Truppe glaubt ihr das erstmal und dann wird geprügelt. Die Witchblade, Angelus, Darkness und Magdalena werden erst bekämpft, dann heißt es “Sorry, wir konnten doch nicht ahnen dass Aphrodite uns belügt” und wieder ist alles in Butter.

Ron Marz mutet dem Leser damit eine weitere Steigerung in der Notwendigkeit zu, einen dümmlichen Plot zu schlucken. Dabei hätte gerade die Verpflichtung von Whilce Portatcio als Zeichner so viele Chancen geboten. Nett ist auch die Idee, die Ursprungsgeschichten der Artefakte zu zeigen und dafür unterschiedliche Künstler zu verpflichten – aber denen dann nur zwei Seiten zu spendieren ist etwas wenig. Viel Ramm-Bamm-Peng, aber leider keine allzuspannende Geschichte und viel zu viel hanebüchene Entwicklungen lassen von Band 3 nur eines erwarten: dass das Crossover endlich endet.

Rezension: Michael Scheuch

ARTIFACTS 2 (von 3). (Artifacts #5-#8). Autor: Ron Marz. Zeichnungen: Whilce Portacio, John Tyler Christopher, Mukesh Singh, Kalman Andrasofzky, Jeremy Haun. Tusche: Joe Weems, Marco Galli. Farben: Sunny Gho. Übersetzung: Gerlinde Althoff. 100 Seiten, Softcover. Top Cow / Paninicomics.

Gelesen: Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen Vol. 3: 1910 / 1969

Erschienen am | 19 August 2012 | Keine Kommentare

Die LIGA DER AUSSERGEWÖHNLICHEN GENTLEMEN kehrt zurück. Zehn Jahre nach der Marsinvasion sind es okkulte Geschehnisse, die das aktuelle Team in Atem halten. Im Zentrum der Truppe: Mina Harker – die starke Frau unter den Gentlemen, deren Schicksal unumkehrbar mit dem Draculas verwoben ist. 1910 mit dabei: Allan Quartermain jr, Tom Carnacki, ein Medium, Orlando, der-die Geschlechtwechsler, und Raffles, einen Meistereinbrecher.

Im dritten Streich von Alan Moore und Kevin O’Neill geht es um eine das 20. Jahrhundert umspannende Geschichte, die anhand der Jahre 1910, 1969 und 2009 eine alternative Zeitlinie weiter erzählt. Hintergrund: eine okkulte Verschwörung rund um den Magier Oliver Haddo, der mit magischen Riten das Ende der Welt heraufzubeschwören sich vorbereitet – wenn auch nicht so schnell, wie es 1910 den Anschein hat.

Volume III der LEAGUE findet in drei Bänden statt, die sich bemühen, eigenständig zu sein und doch den Bogen zu spannen. Fest steht: 1969 läßt sich nicht lesen und verstehen, ohne die erste Ausgabe 1910 zu kennen. Read more

Gehört: Die Geheimnisse der Tinkerfarm

Erschienen am | 10 Juni 2012 | Keine Kommentare


Im ersten Teil, DIE DRACHEN DER TINKERFARM verbringen die Kinder Tyler und Lucinda ungewollt ihre Sommerferien auf der Tinkerfarm und entdecken dasss dort Drachen und andere mythische Fabelwesen gehalten werden, die durch eine so genannte “Verwerfungsspalte”, eine Art Raum-Zeit-anomalie (Hi Star Trek)  ihren Weg in die Gegenwart gefunden haben. Auch die sonstigen Bewohner der Farm stammen aus allen möglichen Epochen. Ein Feind von Außerhalb bedroht die kleine Gemeinschaft, und ein Feind im Inneren: Patience Needles, die Hausverwalterin mit grundlegenden medizinischen Fachkenntnissen. Eine Hexe. Ihr Sohn Colin jedenfalls ist der einzige, der unverbrüchlich zu ihr hält.

Nach dem Harry-Potter-Schema vergeht jetzt ein Jahr und erneut stehen die Sommerferien an, Tyler und Lucinda kehren auf die Farm zurück, und es ist fast so, als seien keine 11 Monate vergangen. Es muss, dem Gesetz der Steigerung folgend, noch mehr Bedrohungen geben, noch mehr Mißverständnisse (die Essenz von Jugendbüchern) und so eine riesige Bandbreite von Handlungssträngen: ein haluzinogener Pilz im Gewächshaus, der Menschen unter ihre Kontrolle bringt, eine Parallelwelt hinter einem Spiegel, ein Treffen mit einem Urahn in der Verwerfungsspalte, entkommende Manticore. Ein bisschen Geplänkel zwischen Lucinda und den Drachen.

Aber die kursorische Auflistung zeigt: Beale und Williams wollen viel, viel zu viel in diesen Band hineinpacken, so dass an der ein oder anderen Stelle der Begriff Logik arg überstrapaziert wird. Hanebüchene Fehlentscheidungen von Tyler und Lucinda verkomplizieren die Lage, die in einem am Ende nur noch verwirrenden Showdown in einer gewittrigen Nacht auf der Tinkerfarm kumuliert. Hier werden dann ständig gerade noch handelnde Figuren aus dem Blick verloren, richtig nachvollziehbar ist das Durcheinander kaum.

Das mag der Kürzung für die Lesung geschuldet sein. Mit ziemlicher Sicherheit. Aber häufig legen die Kürzungen die Schwächen der Ausgangserzählung auch nur gnadenlos offen – gute Werke lassen sich häufig erstaunlich problemlos kürzen. Hier jedoch geschehen viele, viele Dinge – aber am Ende des Romans ist die Lage auf der Tinkerfarm kaum verändert. Und das ist das wirklich Enttäuschende: es fehlt an jeder Entwicklung. (Vielleicht mit der Ausnahme, dass Colins Vertrauen in seine Mutter erschüttert ist). Alles andere ist wie zuvor.

Statt sich auf ein Phänomen (die Verwerfungsspalte und die Drachen) zu konzentrieren versuchen die Autoren durch viele, viele Facetten zubeeindrucken. Das mag bei jugendlichen Lesern den Eindruck von Abwechslungsreichtum und Phantasie erwecken. Aber die Schablonenhaftigkeit und schablonenhafte Charakterisierung der Hauptfiguren zeigen: hinter dem buten Popcornkino steckt gar nichts.

Ein dritter Band reicht um alles aufzklären? Fünf sollen es werden, liest man. Das ist dann wirklich zu viel der Ehre.

Rezension von Michael Scheuch

Tad Williams, Deborah Beale: Die Geheimnisse der Tinkerfarn (Orig: THE SECRETS OF THE ORDINARY FARM). Gekürzte Lesung. Gelesen von Andreas Fröhlich. 6 CD’s, ca. 380 Min. Der Hörverlag.

 

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